Durchstarten Joomla Wordpress

Top 6 der Webseitensoftware im Vergleich

Geschrieben von Udo Sachansky

Eine attraktive Vereinswebseite erstellen und später Inhalte auf der Webseite aktualisieren – also vor allem Neuigkeiten und Bilder veröffentlichen – hört sich im ersten Moment nach viel Arbeit an. Ist es irgendwo auch, aber mit dem richtigen Hilfmittel geht es flott von der Hand. Dazu nutzt man ein sogenanntes Content Management System (CMS), oder auch Redaktionssystem genannt. Mit diesem Werkzeug kommen Texte und Bilder nun ganz leicht ins Internet.

Mit einem solchen CMS kann man nun seiner Vereinshomepage ein angenehme Optik geben, Informationen und Bilder präsentieren und interaktive Funktionen (Umfragen, Teilen auf Social Media, usw.) anbieten. Insgesamt schätzen Experten gibt es weltweit über 700 solche Systeme, für die meisten Vereine kommt aber wohl nur ein sogenanntes Open Source CMS in Frage. Keine oder nur geringe Kosten, samt leichter Nutzung nach einer kompakten Lernkurve, sind ideal für eine Nutzung im Verein. Und da die Open-Source Communities einen regen fachlichen Austausch pflegen, ist auch bei einem Problem(chen) eine Hilfe oder Lösung nicht weit.

Als Open Source wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich und von Dritten eingesehen werden kann. Auch wenn der Quelltext in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vorliegen muss, die Software beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden darf und die Software verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden darf … bedeutet dies jedoch nicht “alles-ist-erlaubt” oder “immer alles umsonst”. Mehr Infos dazu auf Wikipedia.

Nach welchen Kriterien kann man nun aber die unterschiedlichen CMS Systeme miteinander vergleichen? Denn schließlich kann auf den ersten Blick, jedes der Systeme die gleichen Aufgaben ähnlich gut umzusetzen. Somit ist eine Entscheidung für “das richtige Werkzeug” gar nicht so leicht …

Ich versuche auf meinen Erfahrungen Euch eine Entscheidung leichter zu machen und stelle euch die populärsten CMS Systeme einmal kurz vor.

Der CMS-Vergleich

Alle von mir vorgestellten Systeme haben – wie oben bereits beschrieben – einige Basisfunktionen bereits ab Werk dabei. Diese sind eine Möglichkeit das optische Design der Webseite anzupassen (per sogenannten Template), Beiträge (Neuigkeiten) und Seiten (feste Beschreibungen) zu erzeugen sowie einen selbsterklärenden Editor (sowas wie Word, nur Online) zu nutzen. Aber auch Dinge wie Mehrsprachigkeit, Vorschaufunktion oder  “fremde” Medieninhalte (z.b. Youtube) sind dabei.

Joomla [Anbieter / Download]

Joomla (ehemals Mambo) hat in den letzten Jahren zwar den alten Schwung verloren, kann mittlerweile aber wieder besser mithalten. Die Vielfalt an Templates und PlugIns/Modulen sind gegenüber WordPress etwas geringer, aber trotzdem noch beeindruckend. Die ehemals hohe Installationsbasis ist leider in den letzten Jahren abhanden gekommen.

Einarbeitungeinfach
Flexibilitätgroß
VereinstauglichPro

TYPO3 [Anbieter / Download]

TYPO3 ist ein wenig der Mecerdes unter den Open-Source CMS, welches gern von großen Firmen eingesetzt wird. Es ist sehr gut erweiterbar und individuell anpassbar. Die Erweiterungen, Templates und der Support sind überdurchschnittlich oft nur gegen Geld erhältlich. Der überwiegend englischsprachige kostenfreie Support reicht jedoch oft aus. Die globalen Server Einstellungen und die grundlegenden CMS Einstellungen sind nicht nebenbei gemacht. Das System ist komplex und kann mehr, als die meisten für ihre Seite benötigen. 

Einarbeitungeinfach
Flexibilitätgroß
VereinstauglichPro

WordPress [Anbieter / Download]

WordPress begann eigentlich als Software für Blogs (Tagebücher). Es wurde immer beliebter und so wächst es seit Jahren rasant. Unzählig neue Funktionen und Templates sind verfügbar. Für jede Idee gibt es irgendwo eine Lösung, gerne auch gegen kleines Geld(4 – 80€). Doch kann bei installierten Systemen mit diesen zahlreichen Erweiterungen, auch die Einfachheit verloren und es etwas schwerfällig daherkommen.

Einarbeitungeinfach
Flexibilitätgroß
VereinstauglichPro

Contao [Anbieter / Download]

Ehemals als TYPOlight veröffentlich, muss sich das System nicht verstecken. Viele gute Ideen sind aus anderen CMS übernommen, auch die Verwaltung ist besonders leicht gestaltet. Ein sehr schnelles System, was aber eher in kleinen Umgebungen seine Stärken ausspielen kann. Leider ist das Thema Design (Templates) für Laien nur sehr schwer zu lösen. Schade!

Einarbeitungeinfach
Flexibilitätgroß
VereinstauglichPro

Drupal [Anbieter / Download]

Drupal ist wohl der Inbegriff für ein Baukastensystem, welches individuell gestalten werden kann. Es hat seine besondere Stärke im differenziertes Rollen- und Rechtesystem. Damit ist es ideal geeignet um Communitys aufzubauen, die gern gemeinsam an Inhalten arbeiten und sich über Themen austauschen und informieren. Leider wird es in großen Installationen schnell langsam. 

Einarbeitungeinfach
Flexibilitätgroß
VereinstauglichPro

Plone [Anbieter / Download]

Mit Plone erhält man ein System mit besonderen Stärken bei den Themen der mehrsprachigen Inhalte (50 Sprachen), Barrierefreiheit sowie der Versionierung von Inhalten. Die Vielfalt an PlugIns und Templates ist jedoch stark eingeschränkt. Ohne IT-Wissen ist dieses CMS jedoch leider ein Wagnis.

Einarbeitungeinfach
Flexibilitätgroß
VereinstauglichPro

 

Mit den obigen Daten ergibt sich ein Bild von 4 inhaltlich gut geeigneten CMS Systemen für Vereine: Joomla, WordPress, TYPO3 und Drupal. Dabei gibt es für mich eine aktuelle inhaltliche Tendenz zu WordPress. Hier noch ergänzend ein Indikator für deren Verbreitung:


Wichtig: Bei der Entscheidung für oder gegen ein CMS, sollte man unbedingt einige Rahmenbedingungen beachten.

  1. eine Person des Vereins muss verstanden haben, wie das ausgewählte CMS tickt
  2. einen Plan, welche Inhalte auf der Seite konkret in Zukunft wie präsentiert werden sollen
  3. eine Person, der die ggf. weiteren Beteiligten führt (“Redakteure” und “Informanten” 😉 )
  4. einen Plan/Guide, in welchem Rahmen (inhaltlich, rechtlich) ihr Informationen platziert
  5. ergänzend zu 4, dies natürlich auch auf den ggf. vorhandenen Plattformen im Social Media
  6. immer die Augen zum Thema Sicherheit der Webseite offen halten (Updates, Infoquellen)
  7. beachtet die Ausfallsicherheit des Hosters UND ein doppelten Boden (Backup!) für das CMS

Ich werde zum Thema noch einen Artikel “Eine Webseite starten und betreiben. Von 0 auf 100.” veröffentlichen.

 

Aus dem mittlerweile über 10 Jahren Erfahrung mit Websoftware und rund 7 Jahren Vereinserfahrung, wäre in meinen Augen eine Wahl von WordPress oder Joomla die Beste. WordPress und Joomla sind einfach zu installieren (einmaliger Aufwand), aber vor allem im täglichen Umgang sind Sie sehr einfach zu Administrieren. Hierbei lege ich Wert auf die reale Nutzbarkeit durch Nichtfachleute (also keine Mitarbeiter von Werbeagenturen usw.). Die Erweiterbarkeit (PlugIns/Module) und die optische Ergänzung (Templates) ist mit hoher Qualität für kein oder kleines Geld möglich. Im Notfall ist Hilfe auch ohne massivem Geldeinsatz, schnell beschaffbar. Die Skalierbarkeit (spätere Erweiterungen) ist sehr gut gegeben.  

Für offen gebliebene Fragen, könnt Ihr mich gern ansprechen. Ich werde dann ggf. die Fragen & Antworten zusätzlich hier bzw. unter den FAQ (anonym) veröffentlichen.

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Über den Author

Udo Sachansky

Verheiratet, 2 Töchter, 1 Katze, unzähliger Technikkram | Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen ... #überdentellerrandblicker

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2 Kommentare

  • “TYPO3 … Es ist gut erweiterbar und bietet diese überdurchschnittlich oft nur gegen Geld an. Auch der Support ist leider oft nur gegen Geld erhältlich. …”
    Was ist denn das für ein Quatsch! Die meisten TYPO3 Erweiterungen sind open source und kostenlos. Der Support aus der Community über Slack, Foren und Twitter ist sehr gut und es fragt keiner nach Geld.
    Wenn es um komplett individuelle Anpassungen und die Entwicklung von Erweiterungen geht, ja, dann kostet es Geld. Arbeiten Sie umsonst? Bekommen Sie von einer Agentur ein individuelles WordPress Theme kostenlos?

    • Hallo, Danke erstmal für das Feedback 🙂

      Auf dieser Seite geht es immer um den Betrachtungswinkel eines Vereins. Hier sind (zu) oft schon die Hostingkosten von 5€ im Monat zu viel und werden eindringlich hinterfragt (“lohnt sich das denn”). Im TYPO3 ist ein brilliantes System für zahlreiche Lösungssituationen, welches aber genau für die Zielgruppe “Verein” leider(!) nur bedingt zu empfehlen ist. Denn die Beschreibungen sind immer aus dieser Brille – samt dem Vergleich zu anderen CMS – zu sehen. Und da werden Sie mir zustimmen, andere CMS Systeme sind für Laien deutlich einfacher administrierbar UND kostenfreie Erweiterungen sowie kostenfreie Templates sind hier in schier unübersichtlicher Breite (Bsp: WordPress) verfügbar. Ich persönlich würde mich freuen, wenn TYPO3 hier schnell eine attraktivere Plattform für Vereine wäre …!

  • […] Eine attraktive Vereinswebseite erstellen und später Inhalte auf der Webseite aktualisieren – also vor allem Neuigkeiten und Bilder veröffentlichen – hört sich im ersten Moment nach viel Arbeit an. Ist es irgendwo auch, aber mit dem richtigen Hilfmittel geht es flott von der Hand. Dazu nutzt man ein sogenanntes Content Management System (CMS), oder auch Redaktionssystem genannt. Mit …  […]


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